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Press Release

12. November 2018

Verkaufsmesse für Weltenbummler- rund 40.000 Besucher kamen zum Bazaar Berlin

Rund 500 Aussteller aus 60 Nationen -

Großes Interesse an Schmuck, Mode, Lebensmitteln aus aller Welt und Fair Trade-Produkten -

Der nächste Bazaar Berlin findet vom 06. bis 10. November 2019 statt

 

Upcycling Taschen aus Sansibar, handgenähte Schuhe aus Finnland, Alpaka-Wollpullover aus Bolivien – beim Bazaar Berlin präsentierten vom 7. bis 11. November rund 500 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte. Das Angebot stieß auf großes Interesse: Rund 40.000 Besucherinnen und Besucher aus Berlin und Brandenburg besuchten die internationale Verkaufsmesse für Kunsthandwerk, Schmuck, Textilien und Wohnaccessoires. Auffällig ist die hohe Zahl an Erstbesuchern: Rund ein Drittel der Besucher waren zum ersten Mal auf der Veranstaltung – darunter zunehmend jüngere Besucher zwischen 20 und 30 Jahren.

 

Ob als Weihnachtgeschenk oder für sich selbst – besonders gefragt waren in diesem Jahr Mode, Schmuck, Lebensmittel aus aller Welt und Fair-Trade Produkte, wie eine Umfrage der Messe Berlin belegt. Dafür gab es in Halle 15.1 mit dem Fairtrade Market einen eigenen Bereich. Aber auch in den Sektionen World Market, Natural Living, Living Africa sowie Art + Style legten Aussteller Wert auf nachhaltige und faire Produktionsbedingungen. Ein Beispiel ist das Modern Ethnic Design Center. Stylische Mäntel, edle Seidenblusen oder coole Hipbags - zum zweiten Mal präsentierten die Jungdesigner aus Kambodscha ihre Kollektion beim Bazaar Berlin. Dabei werden Stoffe und Accessoires von lokalen Unternehmen verwendet, um das Kunsthandwerk und traditionelle Weber aus Kambodscha zu unterstützen. Das Angebot der Aussteller kam beim Publikum gut an: Neun von zehn Befragten planen, wiederzukommen und würden den Bazaar Berlin weiterempfehlen.

 

„Viele unserer Besucher und Aussteller kommen bereits seit vielen Jahren“, sagt Barbara Mabrook, Projektleiterin des Bazaar Berlin. „Da sind echte Freundschaften gewachsen. Das macht den besonderen Charakter des Bazaar Berlin aus. Die Aussteller sind oft auch die Hersteller und freuen sich, wenn sie den Besuchern etwas über ihre Produkte und ihr Heimatland erzählen können“.

Ausstellerstimmen:

 

Seit vielen Jahren ist Rita Maia Tigre De Raiz von Design e Art beim Bazaar Berlin. Ihre Mission ist es, den Holzverbrauch in ihrer Heimat nachhaltig zu gestalten. Aus Restholz, welches eigentlich nicht mehr zur kommerziellen Verwendung geeignet ist, produziert sie mit großer Leidenschaft Lampen und Möbel. „Die Menschen auf dem Bazaar Berlin sind für das Thema sehr offen. Sie achten darauf, was sie anziehen und sich in ihre Häuser stellen. Sie gehen sehr bewusst mit unserer Natur und den Ressourcen um“.

Um den Schutz der Umwelt geht es auch der Australierin Claire Mason von „The Beeswaxco“. Als Alternative zu Plastikverpackungen entwickelte sie eine Art Einschlagtuch zum Verpacken von Lebensmitteln wie Brot, Gemüse und Käse. Die Tücher sind aus GOTS-zertifizierter Baumwolle und werden mit Bienenwachs und organischem Kokosöl imprägniert. Die Tücher bietet sie bereits im zweiten Jahr auf dem Bazaar Berlin an. „Es ist einfach ein schönes Feedback, wenn Messebesucher aus dem letzten Jahr wieder zu meinem Stand kommen, um sich mit neuen Tüchern einzudecken“. Besonders freut sie auch die Wertschätzung der Designs, das von Aborigines entworfen wurde. „Es ist ein herrliches Zusammenspiel zwischen Mensch und  Natur“.

Den weiten Weg aus den Höhen der Anden zum Bazaar Berlin nimmt Elsa Soliz Baldiviezo von derGenossenschaft Culturas Andinas Tiahuanacu gerne auf sich. Seit vier Jahren präsentiert die Bolivianerin aus der Nähe von La Paz ihre Strickwaren aus Alpaka-Wolle auf der Messe. Der Bazaar Berlin biete ihr Jahr für Jahr einen optimalen Einblick nach Europa. „Es ist spannend, jedes Jahr zu erfahren, welche unserer Designs auf der Bazaar besonders gut ankommen. Wir lieben den offenen Dialog mit den Besuchern“.

Die kreative Verwertung von Abfällen steht beiChako aus Sansibar im Fokus. Annelores Roelandschap motivierte junge arbeitssuchende Frauen und Männer, Altglas einzusammeln und daraus Karaffen zu fertigen. Auch Upcycling-Strandtaschen, Lampen und Körbe aus Bananenblättern gehören mittlerweile zu ihrem Sortiment. „Wir bezahlen unsere Mitarbeiter fair und geben ihnen kreativen Freiraum.“ Vom Bazaar Berlin ist sie begeistert: „Wir kommen hier mit den Messebesuchern sehr schnell ins Gespräch. Ich glaube das liegt daran, dass die Menschen in Deutschland oder Berlin sehr offen und vernünftig mit der Thematik Recycling umgehen. Das gibt uns Kraft, unser Projekt noch weiterzuentwickeln.“

Mahmud Elshref aus Libyen verkauft seit 30 Jahren handgewebte Teppiche aus seiner Heimat. Mit Wehmut erinnert er sich an den Bürgerkrieg in seinem Land vor einigen Jahren: „Es war sehr schwer für uns, das Geschäft am Laufen zu halten. Für uns arbeiten viele Familien, die alle für ihre eigenen liebevoll entworfenen Muster bekannt sind. Viele von denen haben im Krieg sehr gelitten. Produktionsstätten wurden zerstört. Doch wir wollten nicht aufgeben.“ Der Stand auf dem Bazaar Berlin ist für ihn mehr als nur ein Geschäft. Er will den Messebesuchern  zeigen, dass sich seine Heimat wieder im Aufwind befindet. „Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren hier auf der Messe und wollen ein Signal an die Welt senden“.

Das Projekt „Meeting Bismarck“ verkauft handgewebte und -genähte Taschen. Die werden von „Jennifer“ gefertigt, einer jungen Frau aus Ghana. Jennifer ist taub und lebt in der von Armut geprägten Volta-Region. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, lernte sie mit Unterstützung der deutschen Hebamme Sonja Liggett-Igelmund nähen. „Wir wollten Hilfe durch Selbsthilfe ermöglichen“, sagt Fani Bouzinou, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin von „Meeting Bismarck“. „Jeder Euro aus dem Verkauf hier beim Bazaar Berlin geht an Jennifer. Wir freuen uns, dass die Besucher unser Projekt wertschätzen. Sie interessieren sich besonders für die Geschichte hinter unserem Produkt. Das gefällt mir sehr.“

Die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum auf dem Bazaar Berlin. Neben ihrem Stand in der Afrikahalle, an dem sie Steinskulpturen aus Simbabwe präsentieren, engagieren sie sich u.a. auch für das Schülerprogramm. Unter dem Motto „Aktionen für Toleranz – gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ tauschten sie sich mit jungen Berlinerinnen und Berlinern über das Thema Toleranz an Schulen aus.

 

Über Bazaar Berlin

Als „Partner des Fortschritts“ im Jahre 1962 gestartet, findet die internationale Verkaufsausstellung für Kunsthandwerk, Schmuck, Textilien und Wohnaccessoires seit 2013 unter dem Namen „Bazaar Berlin“ statt. Rund 40.000 Besucher kommen alljährlich im November in die Messehallen unterm Berliner Funkturm, um Außergewöhnliches, Nachhaltiges und Schönes aus aller Welt zu erwerben. Veranstalter des Bazaar Berlin ist die Messe Berlin GmbH.